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Management of Library Associations Section

Programme und Dienstleistungen bibliothekarischer Verbände

Einführung

Bibliothekarische und verwandte Verbände bieten ihren persönlichen und institutionellen Mitgliedern ein breitgefächertes Angebot an Dienstleistungen und Programmen. Obwohl jeder Verband sein Angebot individuell auf die Bedürfnisse seiner Mitglieder zuschneiden muss, gibt es doch einige Angebote, die sich zum Standard für fast jeden Verband entwickelt haben. Es gibt folgende Beispiele für die am häufigsten angebotenen Dienstleistungen.

Karriereplanung und Stellenvermittlung

Zur Förderung der Profession beizutragen ist eine wichtige Aufgabe für einen bibliothekarischen Verband. Nicht nur um besonders qualifizierte Bewerber für die Studiengänge im Bibliotheks- und Informationswesen zu gewinnen, sondern auch um das Image des Berufes in der Öffentlichkeit, bei Regierungsstellen und bei Organisationen, die finanzielle Unterstützung leisten, zu verbessern. Verbände können Werbematerial entwerfen (Broschüren, PowerPoint-Präsentationen, Videos) und auf Berufsinformationsmessen, Kongressen, Versammlungen und bei den Ausbildungseinrichtungen verteilen. Sie können auch mit diesen auf verschiedene Arten zusammenarbeiten und dort eine Repräsentanz einrichten, die zu verschiedenen Gelegenheiten im Interesse des Berufsstandes auftritt.

Es ist sowohl für Job-Anbieter als auch für -suchende ein guter Service, Stellenangebote in der Bibliothek auszuhängen, in Servicebereichen für Information und Archiv auf dem freien Markt zu platzieren, in den Mitteilungsblättern der Verbände oder auf deren Websites zu veröffentlichen. Eine folgerichtige Ausweitung des Services ist, Stellenbörsen bei Jahresversammlungen oder jährlichen Konferenzen zu organisieren. Arbeitgeber könnten eine Kommissionsgebühr an den Verband bezahlen, wenn durch diesen Service die Vermittlung von Personal erfolgreich war. Genauso haben Mitglieder die Möglichkeit, ein Stellengesuch aufzugeben, das für sie aber kostenlos ist. Damit vergrößert sich das Angebot der persönlichen Vorteile, die eine Mitgliedschaft im Verband mit sich bringt.

Ausbildung

Der jeweilige Entwicklungsstand der Profession und die daraus resultierenden Benutzerservices bestimmen den Ausbildungsgrad, der benötigt wird. In manchen Ländern, in denen der Beruf noch relativ jung ist, könnte ein Diplom oder eine Abschluß einer höheren Schule ausreichend sein. In den meisten Ländern wird für die Ausübung des bibliothekarischen Berufs ein Universitätsabschluss oder eine gleichwertige Qualifikation voraussetzt. Dort spielt der Berufsverband für die Ausbildung eine begrenzte Rolle oder manchmal sogar gar keine. Es ist aber trotzdem empfehlenswert, dass der Berufsverband und die Ausbildungsinstitutionen kooperieren. Dort, wo es keine akademische Institution gibt, die eine Ausbildung mit einem qualifizierten Abschluss anbietet, sollte der Berufsverband die Schaffung einer Ausbildungsmöglichkeit anregen und fördern.

Wenn es keine irgendwie gearteten professionellen Qualifikationsmöglichkeiten gibt, sollte der Verband einspringen und ein Programm anbieten, das weniger wissenschaftlich als praktisch orientiert ist. Am Ende des Kurses sollte ein Zertifikat verliehen werden und die Ausbildung sollte innerhalb des festgelegten Zielrahmens den höchsten Standard anstreben. Bevor die ersten Studierenden den Kurs beenden, sollte der Verband mit den Regierungsstellen und anderen potentiellen Arbeitgebern darüber verhandeln, welche Positionen und welche Gehälter die Absolventen in ihrer ersten Anstellung erreichen können.

Fort- und Weiterbildung

Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen können in Form unterschiedlichster Aktivitäten wie Seminare, Workshops, ein- oder mehrtägige Kurse, Konferenzen und miteinander verbundenen Lernpakete organisiert werden. Verbundene Lernpakete bestehen aus mehreren Veranstaltungen zu einem gemeinsamen Thema. Das kann verschiedene Veranstaltungsformen beinhalten, angefangen mit einem Einführungstag, dem sich ganz- oder halbtägige Folgeveranstaltungen anschließen, die über einen größeren Zeitraum verteilt sein können. Fortbildungsprogramme können auch nach einem Kreditpunkte-System bewertet sein. Die Veränderungen bei der Anerkennung von Studieneinheiten , die dazu führen, dass vergleichbare Qualifikationen erworben werden können, bieten dem Verband die Chance, Lernmodule anzubieten, die sich mit denen anderer Institutionen verknüpfen lassen.

Das Ziel des Fortbildungsangebots sollte nicht nur sein, einen Service für Mitglieder zu bieten, sondern auch eine zusätzliche Einnahmequelle für den Verband darstellen. Idealerweise, besonders im ersten Jahr des Bestehens des Verbandes, stellen sich erfahrene Kollegen als Referenten zur Verfügung, die ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und ihren Sachverstand kostenlos oder für eine geringe Entschädigung einbringen, um die Kosten niedrig zu halten. Trotzdem können natürlich marktübliche Teilnahmegebühren erhoben werden, mit denen der Verband einen kleinen Gewinn erwirtschaftet, den er wieder für zusätzliche Fortbildungsangebote investieren kann. Rabatte auf Teilnahmegebühren sind ein attraktiver Mitgliederbonus sowohl für persönliche als auch für institutionelle Mitglieder.

Versammlungen

Für die meisten Verbände ist die Jahresversammlung fast eine in der Satzung festgelegte Notwendigkeit, bei dem der Mitgliedschaft der Jahresbericht und der geprüfte und genehmigte Jahresabschluss des vergangenen Jahres vorgelegt wird. In der Regel sind damit eine Ansprache des Präsidenten, ggf. dessen Amtseinführung und andere Feierlichkeiten wie die Ehrung verdienter Mitglieder verbunden. Anders als bei anderen, gelegentlich stattfindenden Versammlungen zu berufsbezogenen Zwecken, sollte die Teilnahmegebühr für die Jahresversammlung nicht abschreckend hoch angesetzt sein. Oft ist es möglich, parallel eine Fachausstellung für Bücher und andere Medien, Bibliotheksausstattung und -mobiliar, Informationstechnik und ähnliche Produkte zu organisieren, die dem Verband Einnahmen aus der Vermietung von Standflächen bringt.

Informationsservice zu Gehältern und Beschäftigungsbedingungen

Dieser Service soll den Mitgliedern dabei helfen, die angemessene Entlohnung für ihren Arbeitsplatz zu erhalten und eine Orientierung über übliche Beschäftigungsbedingungen wie Arbeitszeit, Anzahl der Urlaubstage oder Vergünstigungen wie Mietzuschüsse, Reisekostendarlehen, Umzugskostenerstattung zu bekommen. Die Informationen, die im Rahmen dieses Services gesammelt werden, könnten zu einem Informationsblatt oder sogar einer ausführlicheren Veröffentlichung zusammengestellt werden, die dann verkauft wird, um die entstandenen Kosten aufzufangen.

In manchen Ländern nimmt der Verband Funktionen wahr, die denen einer Gewerkschaft ähnlich sind und somit Einfluss auf Verhandlungen mit Arbeitgebern nimmt. In anderen Ländern zählt diese Funktion nicht zum Aufgabenspektrum oder es ist dem Verband sogar gesetzlich verboten.

Veröffentlichungen

Mitteilungsblätter und Zeitschriften sind sowohl als persönlicher Service als auch als notwendiges Instrument für die Kommunikationspflege zwischen den Mitgliedern und der Verbandszentrale zu sehen. Wertvolle Hinweise dafür, wie man ein einfaches Mitteilungsblatt erstellt, finden sich in einer informativen und leicht zu lesenden Richtlinie des IFLA Round Table for Editors of Library Journals. Sie gibt einen Überblick über notwendige Inhalte eines Mitteilungsblattes wie z.B. die offiziellen und satzungsmäßig erforderlichen Informationen, eine Rubrik "Leute", in der die Mitglieder Informationen über Kollegen erhalten und einen Bereich für fachliche Informationen wie z.B. technische Entwicklungen. Es sollte auch eine Rubrik für Leserbriefe geben. In der Richtlinie des Round Table for Editors of Library Journals wird betont, dass im kleinen Rahmen angefangen werden sollte, um bei steigendem Interesse und steigendem Budget erweitern zu können.

Die Herausgabe einer wissenschaftlichen Zeitschrift könnte erwogen werden, wenn genügend Erfahrungen gesammelt worden sind und genügend hochkarätige Autoren gefunden wurden, die eine solche Publikation unterstützen. Bevor aber ein solches Vorhaben angegangen wird, muss festgestellt werden, ob dafür ein Markt existiert und ob angemessene Ressourcen für redaktionelle und technische Arbeiten und für die Abonnenmentverwaltung innerhalb des Verbandes verfügbar sind. Eine Alternative dazu wäre eine Kooperation mit einem professionellen Verleger, der geeignet erscheint, für die regelmäßige und rechtzeitige Erscheinungsweise zu sorgen.

Der Bedarf an bibliothekarischen Lehrbüchern, Handbüchern, Nachschlagewerken, Leitfäden, Kommentare zum aktuellen Forschungsstand, Forschungsberichten und Übersetzungen ist lange bekannt. Es ist recht wahrscheinlich, dass ein Verband unter seinen Mitgliedern Fachkundige hat, die Texte schreiben und übersetzen können. Wenn regelmäßig publiziert werden soll, müssen Mitarbeiter oder sonstige Ressourcen verfügbar sein, die über Kenntnisse aus dem Verlagswesen verfügen (Redaktionsarbeit, Preisgestaltung, technische Realisierung, Verhandlungsgeschick mit Materialzulieferern).

In Regionen, wo Telekommunikationsdienste verfügbar und bezahlbar sind, nutzen Verbände zunehmend die elektronischen Kommunikationswerkzeuge wie Internetseiten und Listenserver, um Neuigkeiten, Informationen und Publikationen unter ihren Mitgliedern zu distribuieren. Manche Publikationen können per Abonnement an Nicht-Mitglieder verkauft werden, um zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Ebenso kann Anzeigenplatz an Firmen verkauft werden.

Sachkenntnis teilen

In Ländern, wo Bibliotheken, Informationsdienste und Archive noch relativ neu sind oder wo die damit verbundenen Berufe noch recht jung sind, kann ein von einem Verband installierter Informationsdienst für die Aktiven vor Ort für Werbungszwecke von immensem Wert sein. Im Allgemeinen ist es bei begrenzten Ressourcen schwierig, ein solches Angebot von einem unabhängigen Büro aus oder als förmlich eingerichteten Dienst zu betreiben. Die meisten Verbände aber können problemlos eine einfache Datenbank entsprechenden Inhalts betreiben, um informationssuchende Mitglieder mit denen, die Informationen bieten können, über E-Mail oder traditionelle Kommunikationsmittel in Kontakt zu bringen.

Standards

Standards oder Richtlinien helfen dem Berufsstand, befriedigende Levels für Service und Verhalten zu definieren. Einen Verhaltenskodex mag man in diesem Kontext sehen, weil er als ein Instrument dient, den Beruf auszuüben und seinen Status zu erkennen. So gibt er dem einzelnen Mitglied eine Orientierung und hilft Arbeitgebern zu verstehen, was sie von ihren Angestellten als Fachleute im Bibliotheks- und Informationswesen, die an ihren Verhaltenskodex gebunden sind, realistischerweise erwarten können.

Andere Standards beziehen sich auf Auswahl, Größe und Umfang von Beständen, die auf verschiedene Benutzerbedürfnisse zugeschnitten sind; Bereitstellung von Bibliotheks- und Informationsdiensten in physischer oder elektronischer Form; Fernleihe; Anforderungen an Räume zur Unterbringung von Beständen, Diensten, Personal; Bedingungen für Stellenbesetzungen im Hinblick auf Qualifikationen und Mindestanzahl. In die Formulierung von Standards sollten Benchmarkingdaten, so vorhanden, und Maßstäbe aus aktuellen Best Practice-Untersuchungen einfließen. Diese Herangehensweise motiviert neu entstehende Verbände, die Erreichung der Standards anzustreben und ermutigt bereits arbeitende, sich kontinuierlich zu verbessern, um den Richtlinien zu entsprechen.

Lobbyarbeit

Berufsverbände können auf verschiedene Weise Anwälte der Interessen und Ziele ihres Berufsstandes sein. Sie können eine wichtige Rolle in der Überwachung staatlicher Zukunftsprogramme spielen und dabei eine beratende oder regulierende Rolle übernehmen. Besonders bei neuen oder veränderten Gesetzesvorhaben, die Bibliotheken und Informationsdienste betreffen wie z.B. Fragen zum freien Zugang zu Informationen, können Verbände den Verlauf und die Ausrichtung der endgültigen Beschlüsse beeinflussen. Sie stützen sich dabei auf die Meinungsäußerungen der Mitglieder und nutzen den demokratischen Prozess der staatsbürgerlichen Beteiligung in legislativen Angelegenheiten zur Gänze aus. Legislatives und politisches Engagement beinhalten Aktivitäten wie: Aufmerksames Verfolgen der staatlichen Aktivitäten, um gesetzlichen Regelungen, die sich auf den Berufsstand auswirken, zuvorzukommen, für fortlaufende und effektive Kommunikation mit Schlüsselfiguren im Gesetzgebungsbereich und mit maßgeblichen Beamten über den Standpunkt des Verbandes durch das Einreichen von Unterlagen und Grundsatzpapieren sorgen; Stellungnahmen bei staatlichen Ausschüssen und vergleichbaren Gremien einreichen. Die Broschüre der IFLA MLA Section "Mehr Lobbyarbeit für die bibliothekarische Gemeinschaft" hat weiterführende Informationen zum Thema.

Berufsverbände sollten Werbematerial zu den Dienstleistungen, die Bibliotheken, Informations- und Dokumentationseinrichtungen und Archive anbieten, produzieren. Darin sollten die Funktionen, die die Einrichtungen in ihrem Umfeld haben und die sozialen Aufgaben, die sie übernehmen, dargestellt werden. Das Ziel ist es, das Bewußtsein der Öffentlichkeit für ihre Bedeutung und ihren potentiellen Nutzen zu schärfen. Diese Art von Lobbyarbeit ist besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wichtig, weil dadurch die Wertschätzung dieser Dienste in der Öffentlichkeit vergrößert werden kann und das wiederum positive Auswirkungen haben kann, wenn über die Verbesserung oder zumindest über die Erhaltung eines Servicestandards verhandelt werden muss.

Um zu einer besseren öffentlichen Meinung über die professionelle Bibliotheksarbeit beizutragen, sind Aktivitäten denkbar, die von relativ großen Ereignissen auf nationaler Ebene wie Wochen des Buches, Informationsmessen und Tage der offenen Tür bis zu vergleichsweise kleinen, lokal begrenzten Veranstaltungen wie Autorenbesuche, aufsuchende Bibliotheksangebote und besondere Ausstellungen reichen. Bei den lokalen Veranstaltungen sollten die Lokalpresse und andere lokale Medien einbezogen werden, während bei landesweiten Aktionen die überregionale Presse, Funk und Fernsehen beteiligt werden sollten.

Forschung

Auch Forschung kann letztendlich als ein Service des Verbandes angesehen werden, wenn dadurch die Entwicklung der Verbandspolitk erleichtert wird oder dabei hilft, Aktionsprogramme zur Stärkung der Verbandspolitik einzuleiten, wenn das Forschungsergebnis zeigt, dass dies notwendig ist. Der Verband wird in den meisten Fällen seine Forschungsidee oder sein Konzept zu einem brauchbaren Projekt entwickeln, das Aussicht auf finanzielle Unterstützung Dritter hat. Sobald die Mittel zur Verfügung stehen, werden Forscher engagiert. Aufgabe des Verbandes ist es, während der Projektlaufzeit die Forschungsaktivitäten und die -ergebnisse kontinuierlich zu verfolgen und zu kontrollieren und zum Schluss sicherzustellen, dass ein Bericht darüber entsteht.

Weitere Dienstleistungsangebote


Es gibt eine ganze Reihe anderer Dienstleistungen, die angeboten werden könnten, selbst wenn sie nicht zum Kerngeschäft eines Berufsverbandes gehören, sondern eher abwegig erscheinen. Angefangen mit Sondertarifen für Hotelzimmer bei Sitzungen bis zu Rabatten für unterschiedlichste Produkte, die vom Hersteller selbst oder aus dem Groß- oder Einzelhandel bezogen werden. Denkbar sind auch Rabatte auf Theaterkarten, Sondertarife bei Versicherungen, Autovermietungen und anderen Reise- und Ferienarrangements. Üblicherweise reicht den Produktanbietern die Nennung ihres Firmennamens aus, um den Rabatt einzuräumen. Um den größtmöglichen Vorteil zu erzielen, sollte mit mehr als einem Anbieter verhandelt werden.

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